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Die UTOPIA Science Fiction Ausgaben



Ad Astra


Vorwort

Vorwort

Nachdem die Science Fiction-Erzeugnisse des Moewig Verlages, allen voran die höchst erfolgreiche Perry Rhodan-Serie, in den sechziger Jahren immer mehr den deutschen SF-Markt dominierten, mussten die konkurrierenden Reihen des Pabel Verlages nach und nach eingestellt werden. 1967 war daher nur noch die Stammreihe Utopia Zukunftsroman übriggeblieben. Man gab bei Pabel aber noch nicht auf und versuchte ein letztes Mal, sich mit einer neuen Serie dem Konkurrenten entgegenzustellen. Der Name Ad Astra war programmatisch und mit dem Motto des Science Fiction Clubs Deutschland identisch. Diese Serie erschien in der Endphase der Utopia-Hefte in der von Mark Powers bekannten Erscheinungsweise abwechselnd mit Einzelheften. 21 Hefte wurden zwischen Utopia 550 und 590 publiziert. Ungewöhnlich war das Ende der Serie mit der Zerstörung der Erde. Das hängt damit zusammen, dass man sich bei Pabel letztlich dazu entschlossen hatte, sich der Übermacht zu beugen und Utopia einzustellen. Der letzte Ad Astra-Roman war daher ein abruptes Ende für die Serie, der man deutlich anmerkte, dass sie für einen deutlich größeren Handlungsrahmen angelegt worden war. Nach dem Serienende von Ad Astra wurden bis zur letzten Utopia-Nummer 596 nur noch einige vorher bereits eingekaufte Einzelromane herausgebracht. Der Name Utopia ging damit vorläufig in die deutsche SF-Geschichte ein, bis er in den siebziger Jahren in mehreren Taschenbuchreihen (K.H. Scheer Utopia Bestseller, W.D. Rohr Utopia Bestseller aus Raum und Zeit sowie Utopia Classics) nochmals Verwendung fand.

Chefautor von Ad Astra war H.G. Francis, der sich vorher seine ersten Seriensporen schon bei Mark Powers, Ren Dhark und Rex Corda verdient hatte. Als weitere Autoren schrieben Thomas R.P. Mielke, Arno Zoller (Rolf W. Liersch) und J.A. Garrett (Jürgen Grasmück, auch als Larry Brent-Autor Dan Shocker bekannt) an der Serie mit. Den Großteil der Titelbilder zeichnete Hans Möller, damit wurde Ad Astra nahezu vom gleichen Team realisiert, das vorher bei Bastei Rex Corda gemacht hatte, einem weiteren SF-Helden und kurzlebigen Rhodan-Konkurrenten aus den sechziger Jahren.

Ad Astra verzichtet auf großes intergalaktisches Weltraumkino, sondern bleibt mit der Handlung relativ nahe an der Gegenwart in unserem Sonnensystem und im benachbarten Centauri-System. Held der Serie ist mit Fähnrich Chet Morrow ein Besatzungsmitglied des DYNA CARRIER, der Neukonstruktion eines interplanetarischen Trägerraumschiffes. Morrow dient als Pilot eines Dyna-Beibootes und wird nach Aufdecken von Sabotageakten in Geheimdienstaktivitäten verwickelt. Die Handlung führt Morrow und seinen Freund und Kollegen Tom Atkins zur Venus und zum Mars, wo er Hinweise auf das Eingreifen von Außerirdischen entdeckt. Morrow wird aufgrund seiner geschickten Vorgehensweise zum Unterleutnant befördert. Er fällt aber einer Intrige seines Vorgesetzten zum Opfer, wird degradiert und dem Bodendienst zugeteilt. Dabei kann er sich rehabilitieren und erhält seinen Rang zurück. Weitere Abenteuer spielen auf den Saturnmonden Titan und Phoebe sowie auf dem Jupitermond Callisto. Es kommt zur Begegnung mit zwei verschiedenen Spezies von Außerirdischen, bevor Chet Morrow Kommandant des Forschungsschiffes SWORD OF TERRA wird, das zur ersten interstellaren Expedition nach Alpha Centauri aufbricht. Dort entdecken die Raumfahrer bewohnbare Planeten mit einheimischen Zivilisationen, darunter Nachfahren der alten Römer, deren Vorfahren von Außerirdischen entführt worden waren und gründen eine eigene Kolonie, bis das Todesfeuer über Alpha Centauri das plötzliche Ende der Serie mit sich bringt.

Die Abenteuer von Chet Morrow lesen sich auch fünfzig Jahre nach der Erstveröffentlichung nach wie vor recht flott. Deshalb fand die Serie den Weg zu einer Neupublikation in einer Sammlerausgabe im Mohlberg-Verlag. Um Verwechslungen mit der in der Hary-Produktion herausgegebenen gleichnamigen Heftreihe zu vermeiden, wurde der Serientitel auf Ad Astra - Chet Morrows Weg zu den Sternen! erweitert. Jeweils zwei Romane wurden zu einem Band zusammengefasst. Die alten Texte wurden behutsam bearbeitet. Die damals von den Autoren beschriebene Technik wurde bei der Überarbeitung der Romane vorsichtig an die heutige Zeit angepasst, außerdem wurden einige Namen modernisiert. Die anderen vor Ad Astra in Utopia erschienenen Serien Jim Parker und Mark Powers wurden ebenfalls im Mohlberg Verlag neu aufgelegt. Bei den Neuausgaben dieser Serien hat man aber bewusst auf eine Bearbeitung verzichtet, weil der Aufwand so hoch gewesen wäre, dass man die ursprünglichen Romane kaum mehr erkennen hätte können.

Durch die Bearbeitung war es bei Ad Astra auch möglich, die Serie über den ursprünglichen Abschluss hinaus fortzusetzen. In unregelmäßigen Abständen erscheinen neue Romane. Die Serie ist im Frühjahr 2019 bei Band 27 angelangt. Die Sternexpedition unter Chet Morrow kehrt ins Sonnensystem zurück, um zu erfahren was passiert ist und mit Überlebenden in Kontakt zu kommen. Sie finden heraus, dass die Erde durch einen Kometeneinschlag weitgehend zerstört wurde und dass deswegen nuklearer Winter herrscht. Im Sonnensystem herrschen chaotische Zustände, die von kriminellen Elementen ausgenützt werden. Im Wechselspiel zwischen dem Sol- und dem Centaurisystem entwickelt sich die Handlung weiter.

Für die Titelbilder der Neuausgaben von Ad Astra griff man größtenteils auf Zeichnungen für die alten Romane und andere Utopia-Ausgaben zurück, die Romane der Fortsetzung erhielten dagegen mit einer Ausnahme neue Titelgrafiken.


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