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Die UTOPIA Science Fiction Ausgaben im Erich Pabel Verlag



Vorwort
(Heinrich Stöllner November 2018)

Die Titelseiten der UTOPIA Heftromane
Diese Serie wurde mit Heft Nr. 596 eingestellt



Nach einigen kurzlebigen Heftreihen und -serien in verschiedenen deutschen und österreichischen Verlagen kam 1953 im Rastatter Erich Pabel Verlag als erstes der beiden Schwergewichte der deutschen SF-Heft- reihenkomplexe Utopia auf den Markt. Bis zur Einstellung der Reihe 1968 erschienen 596 Hefte, am An- fang vierzehntäglich, ab 1958 wöchentlich, mit einem Intermezzo 1964, als die Reihe auch nur zwei- wöchentlich erschien.

Alle Ausgaben bis zur Nr. 43 waren ausschließlich Abenteuer der Serie Jim Parkers Abenteuer im Weltraum. Nach Jim Parker waren Mark Powers und Ad Astra sowie die aus dem Amerikanischen übersetzten Captain Zukunft-Romane, die großteils von Edmond Hamilton verfasst wurden, bedeutende Subserien in Utopia. Ab Nr. 44 kamen auch serienunabhängige Romane heraus, die im Untertitel unter dem Utopia-Logo „SCIENCE FICTION Zukunftsroman“ stehen hatten und bald dominieren sollten. Der erste übersetzte Roman war als Nr. 53 "Die gläserne Stadt" von Noel Loomis.

Betrachtet man die gesamte Reihe, waren die im Original deutschsprachigen Titel gegenüber den übersetzten mit etwa 60 % in der Überzahl. Bis inklusive Nr. 113 hatten die Hefte 48 Seiten (ohne die Umschlagseiten gerechnet), dann wurde auf 64 Seiten aufgestockt. Einige wenige Bände waren auch Doppelbände, die aber trotzdem als eine Nummer erschienen.

Inhaltlich boten die meisten Utopia-Hefte ein buntes Sammelsurium von Romanen bescheidener Qualität. Bei den übersetzten Titeln gab es allerdings einige wenige Titel, die Kurzserien angehörten. Darunter finden sich drei Storys von John W. Campbell, die zusammen einen Episodenroman bilden, ein Darkover-Roman von Marion Zimmer Bradley, ein Randwelten-Roman von A. Bertram Chandler, ein James Retief-Titel von Keith Laumer, zwei Doc Savage-Titel von Kenneth Robeson und zwei Etagenwelt-Titel von Philip José Farmer. Herausragend war auch Stanislaw Lems Klassiker Vorstoß zum Abendstern, der als Doppelband erschien. In der späteren Phase der Heftreihe wurden auch 25 Originalanthologien mit teilweise weit über das sonstige Niveau der Reihe herausragenden Kurzgeschichten von der Redakteurin Lore Matthaey zusammengestellt.

Der überwiegende Teil der Romane deutschsprachiger Autoren waren entweder Erstveröffentlichungen oder Nachdrucke von Leihbüchern. Darunter waren auch Romane der ZBV-Serie von K. H. Scheer, von Clark Darltons Hurricane und des Prokaskischen Krieges von W. W. Shols. Über den Großteil der sonstigen Einzeltitel, seien sie deutschen oder fremdsprachigen Ursprungs, kann man getrost den Mantel des Schweigens breiten. Insgesamt zeigt es sich, dass während der 15 Jahre, in denen die Utopia-Reihe erschien, Konzept und Aufmachung mehrmals geändert wurden. Die später gestartete Konkurrenzreihe Terra des Moewig Verlags sollte sich wesentlich größerer Kontinuität erfreuen.

Die Titelbilder wurden von unterschiedlichen Künstlern gestaltet. Dabei waren auch Bilder des später durch Perry Rhodan berühmt werdenden Johnny Bruck, seines Kollegen Karl Stephan, der in den Utopia-Reihen meist unter seinem Pseudonym H. Albrecht signierte, sowie einige Cover, die von amerikanischen Magazinen oder der italienischen Urania-Reihe übernommen wurden. Ab etwa Band 200 wurde dann Rudolf Sieber-Lonati der „Hauszeichner“, der den Großteil der Titelbilder ablieferte. Lonati war aber kein typischer SF-Zeichner, sondern betätigte sich auch im Krimi-, Western- und Gruselumfeld. In der Spätphase der Utopia-Reihe kam dann noch Hans Möller dazu, der hauptsächlich die Titelbilder der Subserie Ad Astra anfertigte.