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Die Terra Heft- und Taschenbuchreihen im Arthur Moewig und Erich Pabel Verlag


Vorwort
(Heinrich Stöllner November 2018)

Terra Utopische Romane Science Fiction



Diese Reihe aus dem Arthur Moewig Verlag wurde ab 1957 der große Konkurrent der Utopia-Reihen des Erich Pabel Verlages. Zusammen mit den Neben- und Nachfolgereihen Terra Extra, Terra Nova, Terra Astra, Terra Sonderband und Terra Taschenbuch sowie der aus der gleichen Redaktion kommenden Perry Rhodan-Serie und deren Ableger wie z. B. Atlan wurde damit ein riesiges SF-Imperium aufgebaut. Aufgrund des höheren Niveaus der publizierten Texte im Vergleich zu den Utopia-Reihen und der viel geschickteren Vermarktung wurde der Konkurrent überflügelt und zum Aufgeben gezwungen. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass beide Verlage 1971 vom Heinrich Bauer Verlag, welcher zur Burda-Gruppe gehört, aufgekauft und fusioniert wurden. Terra SF erreichte von 1957 bis 1968 555 Ausgaben. Die Hefte erschienen am Anfang vierwöchentlich, ab Band 6 vierzehntäglich und bereits ab Band 29 wöchentlich. Dabei waren deutsche und übersetzte Titel etwa zu gleichen Teilen vertreten. In den Bänden bis ca. Nr. 300 waren mehr als die Hälfte der Titel Nachdrucke von Leihbüchern, danach überwogen die Originalveröffentlichungen. In der Spätphase ab Band 540 erschienen die Hefte nur noch alle zwei Wochen.

Die deutschen Titel wurden von jenen Autoren dominiert, die das Kernteam der Perry Rhodan-Serie bildeten, mit Einzelwerken und ihren eigenen Kurzserien. Darunter war K. H. Scheers ZBV-Serie der Bestseller.

Bei den übersetzten Romanen ragten die berühmten Lensmen und Skylark-Romane von E. E. Smith und die Jugendserie um den Weltraumdetektiv Lucky Starr von Isaac Asimov heraus. Auch die Jugendromane Robert A. Heinleins und Hamiltons Herrscher im Weltenraum, die vorher im Gebrüder Weiß Verlag erstmals auf Deutsch erschienen waren, fanden als Doppelbände in der Terra-Reihe ihren Platz. Sogar der polnische Klassiker Stanislaw Lem hatte mit seinem Roman Eden in Terra eine Heftpublikation. Daneben wurde auch immer wieder mit Anthologien die Publikation von Kurzgeschichten gepflegt. Man muss anerkennen, wieviele Titel von international geschätzten Autoren hier veröffentlicht wurden.

Eine Besonderheit der Terra-Reihe (wie auch der Schwester- und Nachfolgereihen Terra Extra, Terra Nova und Terra Sonderband) war, dass man durch die Herausgabe von Doppelbänden auch den Abdruck längerer Werke ermöglichte. Dies betraf sowohl übersetzte Titel als auch Romane deutschsprachiger Autoren, die teilweise vorher in umfangreicheren Leihbuchausgaben herausgekommen waren und durch die Publikation als Doppelband nicht so stark gekürzt werden mussten wie die Einzelbände. Prominentes Beispiel war K. H. Scheers ZBV-Serie, die ab Band 14 auf Doppelbände umgestellt wurde. Bei den Doppelbänden gab es zwei Ausführungen. Die eine waren zwei Hefte mit gleichem Titel, Untertitel 1. und 2. Teil und aufeinanderfolgenden Bandnummern, die zusammen verkauft wurden. Später wurden "echte" Doppelbände" mit 128 Seiten (ohne Umschlag gerechnet) und Klebebindung zum doppelten Preis verkauft. In der Terra Stammreihe und Terra Extra wurden beide Varianten publiziert, in der Nachfolgereihe Terra Nova nur die zweite. In Terra Astra gab es keine Doppelbände mehr.

Die Titelbilder der ersten Terra-Reihe wurden ausschließlich von den beiden Zeichnern Johnny Bruck und Karl Stephan angefertigt, wobei die beiden etwa gleich viele Bilder bereitstellten. Dies gab der Reihe durch den unterschiedlichen Stil der beiden Zeichner ein sehr schönes abwechslungsreiches Outfit.